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Editorial April 2018

Liebes Publikum, 

Deutschland ist der viertgrößte Waffenexporteur der Welt. Beliefert auch Länder, die sich gerade im Krieg befinden. Die Menschen in Europa wenden sich zunehmend Nationalisten und Rechtspopulisten zu. Die neue Regierung bekommt ein Heimatministerium und der AFD, die jede*r Sechste wählen würde, vertraut man den aktuellen Umfragen, fehlen im Koalitionsvertrag die Obergrenzen.

Statt physische Grenzen immer mehr zu befestigen, sollten wir Abgrenzungen abbauen. Wechselseitige Kulturerfahrungen helfen dabei. Unsere BOUNDLESS / grenzenlos Veranstaltungsreihe gibt die Möglichkeit Musiker*innen aus aller Welt mit vielfältigen musikalischen Prägungen fernab angelsächsischer Hörgewohnheiten kennenzulernen.

Musik ist eine Brücke. Sie funktioniert auch ohne gemeinsame Sprachbasis. Viele Künstler*innen, die im Rahmen der Reihe im Schlachthof gastieren, mischen traditionelle Einflüsse Ihres Herkunftslandes mit anderen Stilen und schaffen so verbindenden Elemente und Zugänge.

In gewisser Weise ist das die Vorwegnahme einer Gesellschaft, wie sie sein sollte: Eine Gesellschaft, die kulturelle Eigenarten integrieren und sich auf eine gemeinsame offene, freiheitliche Wertebasis berufen kann, in der jeder Mensch Zugang finden kann.

Die BOUNDLESS Reihe ist nicht unser einziges Engagement im Bereich Vielfalt und Teilhabe. Wir kooperieren seit Jahren mit vielen Vereinen und Initiativen. Darunter zum Beispiel Viva con Agua (weltweite Wasserprojekte), Rückenwind (Fahrräder für Flüchtlinge), Jüdische Gemeinde Wiesbaden, Internationales Sommerfest Wiesbaden, Warmes Wiesbaden (CSD, LGQ) oder auch die EVIM (Partys für Menschen mit Beeinträchtigungen).

 Kommende Konzerte der Boundless Reihe:

06.05. Hypnotic Brass Ensemble (Brass / Soul / HipHop)

14.05. Seun Kuti & Egypt 80 (Afrobeat)

30.05. Ebo Taylor (Highlife / Afro Funk)

Wenn auch kein Konzert, sei uns doch in diesem Zusammenhang noch die Erwähnung auf Imaani Brown gestattet, der am 20.04. aus seinem aktuellen Buch „Hallo Deutschland – Auf der Suche nach Heimat“ liest. Im ersten Golfkrieg in Ahwaz im Iran geboren, wurde er als Sechsjähriger von seinem Vater nach Europa geschickt und lebt heute als Autor und Musikproduzent in Berlin. 

Vielfalt und Teilhabe in Wiesbaden zu fördern wird auch vom Wiesbadener Kulturbeirat erwartet. Dieser wird aktuell und noch bis zum 13. April per Briefwahl gewählt und alle Wiesbadener*innen sind aufgerufen sich zu beteiligen. Noch bis zum 10. April könnt Ihr die Wahlunterlagen unter https://www.wiesbaden.de/kultur/kulturfoerderung/kulturbeirat/kulturbeiratswahl.php anfordern. Auch der Schlachthof schickt zwei Kandidaten ins Rennen. Hendrik Seipel-Rotter und Till Christmann findet Ihr auf den spartenfreien Plätzen.

Vielen Dank für eure Unterstützung!

Euer Schlachthof Team

 

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