Lesung Lisbeth Wanderung

Zurück

01.04.15 Mi / Einlass 19:30 / Beginn 20:00 / AK 7,00 € / VVK 7 €

Ausverkauft! - HARALD HEINRICH: Sieben Tage ohne Lisbeth

Lesung und anschließende Diskussion im KESSELHAUS - freier Eintritt für Damen

Wir erinnern uns: Lisbeth Heinrich wandert 1982 alleine von Lindau nach Altenrhein, um sich selbst zu finden. Ganz Deutschland fieberte damals mit. Dem Lauf folgten Diavorträge in allen großen Städten, Einladungen in Talkshows und Gastreden an vielen großen Unis. Das Buch wurde mittlerweile zum dritten Mal neu aufgelegt. Demnächst soll es sogar verfilmt werden.
 
Noch ein Geheimtipp dagegen ist das neu erschienene Buch ihres Exmannes Harald - Lisbeth hatte sich ein Jahr nach dem Lauf von ihrem damaligen Ehemann getrennt - das auf der Leipziger Buchmesse erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird.
 
Das Buch hat 380 Seiten und erscheint im Rowohlt Verlag.
„Eine Momentaufnahme des vermeintlich alltäglichen. Ein wichtiges Buch. Irgendwann musste es geschrieben werden.“ Schreibt die Rundschau. Der Wiesbadener Kurier unterstreicht die gesellschaftliche Relevanz: „Was vielen als plumper männlicher Chauvinismus daherkommt, ist in Wahrheit der Spiegel der eigenen Gesellschaft. Es geht um das Tabuthema unserer Zeit..“ Und Dirk Fellinghauer twitterte: „Ein Buch für Männer, die auch mal Gefühle zeigen.“
 
Das Buch lässt tief blicken in die Seele von Harald. Es ist auch ein mutiges Buch. Er selbst sagt dazu: „Damals gab es ja noch keine Handys. Lisbeth musste zwei Landesgrenzen überwinden. Und dann dort auch Geld tauschen. Telefonzellen gab es auch nicht an jeder Ecke. Oft hatten wir über Stunden keinen Kontakt. Für mich war es die Hölle.“
 
Auf die Frage warum das Buch erst jetzt erscheint, so viele Jahre nach dem Lauf seiner Frau, schreibt Harald: „Erst mal hat ja Lisbeth alle Öffentlichkeit auf sich gezogen. In jeder Stadt wollte man ihre Diavorträge über die Reise sehen. Die Plakate hingen überall. Aber, dass ich das auch nach draußen bringen musste, war mir schon sehr schnell klar geworden.“
 
Zuerst versuchte Harald seine Gefühle in Songs zu verarbeiten. Es gab sogar Gespräche mit dem Management von Westernhagen und Lindenberg. Aber keiner wollte die Songs haben.
 
„Wahrscheinlich war ihnen das Thema zu heiß. Also habe ich das selbst in die Hand genommen.“ Sagt Harald. „Ich selbst bin ja nicht gelaufen. Ich war zu Hause und musste alleine die Wohnung putzen. Eigentlich war es ja später noch schlimmer. Als die Diatouren begannen. Sie war ja teilweise noch länger weg als während ihrer Selbstfindungsphase. Zum Glück gibt es in Köln genug Restaurants, sonst wäre ich wahrscheinlich verhungert. Daher bin doch auch ich Teil dieser Geschichte. Gewissermaßen wurde bisher nur die Hälfte erzählt. Mein Buch schließt nun diese Lücke.“
 
Deshalb ist es wichtig, dass dieses Buch geschrieben wurde. Und daher freuen wir uns auch, dass Harald Heinrich bei uns liest.
 
Harald Heinrich wird Textpassagen seines Werkes lesen. Danach ist eine Diskussion mit dem Publikum zum Thema Geschlechteridentitäten geplant.