Vor der Entstehung der „BVB Army“, den unzähligen Fan-Tattoos und all den Gold- und Platin-Schallplatten waren Black Veil Brides lediglich eine düstere Vision, die sich ein Einzelkind in Cincinnati, Ohio, ausgemalt hatte.
Andy Biersack wuchs mit einer Faszination für Monster – reale wie imaginäre – sowie für Batman, KISS, die Misfits und „Das Phantom der Oper“ auf. Die bedeutungsschwere Ikonografie der Religion und seine - sagen wir - komplexen Gefühle gegenüber seiner katholischen Herkunft taten ihr Übriges und beflügelten seine Lust, den geheimnisvollen, urwüchsigen und oft zerstörerischen Anziehungskräften des Glaubens nachzuspüren. Entschlossen, seinem Leben durch künstlerischen Ausdruck einen Sinn zu geben, machte Andy seine Ängste und Faszinationen zu seiner Waffe –Black Veil Brides ward geboren.
Heute sind Gitarristen Jake Pitts und Jinxx, Drummer Christian Coma, Bassist Lonny Eagleton, und Biersack gefeierte Stars. Die kinematischen Epen der Band und ihr unerschütterliches Bekenntnis zur Selbstverwirklichung, wie es vielleicht nur Outcasts haben können, treffen bei anderen „Bleeders“, die in der Kraft düsterer Themen und der Fantasie Zuflucht (und Rache) suchen, einen offensichtlichen Nerv.
Zuletzt erschien mit „Vindicate“ das bereits siebte Album von Black Veil Bride, das einmal mehr ein strahlendes Signal über den sich verdüsternden Himmel sendet: „ein lebendiges Vermächtnis und Zeugnis der geschichtsträchtigen Vergangenheit, der triumphalen Gegenwart und der ungeschriebenen Zukunft der Band“, wie es an anderer Stelle zu lesen war. Erhabenheit und Intimität, verwoben in so melodische wie metallische Sounds und Texte, die man vielleicht als spätes Echo auf John Miltons episches Gedicht „Paradise Lost“ aus dem Jahr 1677 deuten kann, die aber auch ganz ohne intellektuelles Rüstzeug erlebbar sind.
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