Moonkid gehört zu jener Generation von jungen Künstler*innen, bei denen sich die alten Grenzziehungen zwischen Rock, Pop und Internetkultur längst aufgelöst haben. Sein Sound bewegt sich selbstverständlich zwischen Deutschrock, Emo, Pop und den Nachwirkungen des SoundCloud-Rap – einer musikalischen Sozialisation, in der Lil Peep und XXXTentacion ebenso selbstverständlich vorkommen wie Tokio Hotel oder Die Ärzte. Entscheidend ist dabei weniger das Genre als der emotionale Gehalt: Verletzlichkeit und Pathos stehen nicht im Widerspruch zu Lautstärke und Gitarren, sondern bilden deren zeitgemäße Fortsetzung.
Mit seinem Debütalbum „Geschichten vom Mond“, das am 11. September erscheint, verdichtet Moonkid diese Ästhetik zu einer eigenen Erzählung.
Der Tourtitel „Der letzte deutsche Rockstar“ spielt mit einem Begriff, der in Zeiten algorithmischer Öffentlichkeit eigentlich überholt scheint. Ausgangspunkt war der Satz „Deutschrock ist zurück“, der rund um seinen Song „Bordstein“ viral ging. Was zunächst als ironische Überhöhung funktionierte, hat sich inzwischen zu einer treffenden Beschreibung entwickelt. Nicht weil Moonkid den klassischen Deutschrock wiederbeleben würde, sondern weil er dessen expressive Kraft in einen neuen kulturellen Zusammenhang überführt. Rock erscheint hier nicht mehr als nostalgische Pose mit Lederjacke, sondern zu einer Form emotionaler Öffentlichkeit, in der Haltung, Verletzlichkeit und kollektive Erfahrung zusammenfinden. Die Konzerte werden damit zu Orten gemeinsamer Affekte: Räume, in denen Songs weniger konsumiert als gemeinsam artikuliert werden.
Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden e.V.
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