Wiesbadener Erstaufführung: Scherbenland erzählt von einer Band, deren erstes Album mit der Frage begann: „Warum geht es mir so dreckig?“ – und von einer Stadt, die durch ihre Lieder verändert wurde. Anfang der 1970er Jahre wird Kreuzberg zum Experimentierfeld einer Gegenkultur. Mit Songs wie „Macht kaputt, was euch kaputt macht“, „Alles verändert sich“ und „Der Traum ist aus“ geben Ton Steine Scherben einer Generation eine Stimme. Ihre Musik begleitet Hausbesetzungen, politische Kämpfe und die Suche nach einem anderen Leben.
Der Film folgt den Spuren dieser Zeit und fragt: Was ist von diesem Aufbruch geblieben? Und was passiert, wenn die Hymnen der Scherben auf die Songs der Gegenwart treffen? Im Berlin von heute begegnet Scherbenland Musiker*innen, deren Lieder vom Leben im Kiez erzählen – darunter das Rap-Trio RAPK und die Songwriterin Maike Rosa Vogel. Ihre Musik entsteht aus dem Alltag eines Bezirks, der sich zwischen Mythos, Gentrifizierung und neuer kultureller Energie bewegt. Ein Film über Musik und Poesie als Widerstand – damals und heute. Und über die Frage, ob beides noch immer die Kraft hat, eine Stadt zu verändern.
Pressestimmen:
„Einordnungen überlässt der Film dabei weitgehend dem Publikum, auch wenn die Sympathie der Macher gegenüber Menschen und Künstlern, die sich außerhalb des kapitalistischen Systems bewegen, immer durchschimmert. Scherbenland wechselt zwischen Gestern und Heute und altem und neuem Berlin. Der Film verfügt über viele Archivbilder, zeigt aber auch Straßen und Panoramaaufnahmen des heutigen Kreuzbergs. In den Interviews mit RapK und Vogel erfährt man auch viel über soziale Realitäten einer immer weniger auf physische Möglichkeiten und familiäre Bedürfnisse ausgerichteten Arbeitswelt.“ (filmdienst.de)
„Und das genau macht den Film aus: Er behauptet keine Kontinuität, wo Brüche sind, und er konstruiert keine Brüche, wo sich Linien ziehen lassen. Stattdessen zeigt er, wie sich Protest wandelt, wie sich Räume verändern und wie Musik immer wieder neue Wege findet, diese Veränderungen hörbar zu machen. Scherbenland ist damit weniger eine Musikdokumentation als eine Zustandsbeschreibung – ein Film, der versteht, dass Geschichte nicht abgeschlossen ist, sondern sich in jeder Generation neu artikuliert. Und dass selbst dort noch immer brodelt, wo die Parolen leiser geworden sind.“ (film-rezensionen.de)
Der Film wird an folgenden Tagen aufgeführt:
Do. 02.06. 17.30 Uhr
Fr. 03.06. 20.15 Uhr
So. 05.06. 19:00 Uhr