Aus Würzburg kommt eine der interessantesten Thrash-Metal-Bands Deutschlands, Zerre, die klassischen Bay Area-Trash mit einer gehörigen Portion Stilwillen, Groove und Rhythmus kreuzt. Nachzuhören nicht zuletzt auf ihrem letzten Sommer erschienenen jüngsten Album „Rotting On A Golden Throne“ mit so herrlich kompromisslosen Titeln wie „Pigs Will Be Pigs“, „Concrete Hell“ oder „Killing Taste“. Damit wir uns recht verstehen: Das ist kein nostalgisches Abfeiern alter Slayer- oder Metallica-Riffs. Hier fusioniert die intellektuelle Wut ihres Sängers Nico Ziska (sonst auch am Bass bei Der Weg einer Freiheit zu hören) mit einer Rhythmusfraktion, die so präzise und unerbittlich rattert „wie eine defekte Fließbandmaschine im Spätkapitalismus“, wie es ein Freund des Hauses neulich kommentierte. Zerre sezieren die kollektive Ohnmacht einer Welt im Dauerkrisenmodus – und verwandeln sie in pure, reinigende Energie. Den Abend eröffnen unsere antifaschistischen Freunde von Witchkrieg aus Mainz, die sich vermutlich nicht ohne Grund nach einem Album der schwedischen Thrash/Death-Metaller Witchery benannt haben.
Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden e.V.
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