Seit mehr als 20 Jahren sind The Menzingers eine Institution im US-Punkrock. Hatten sie bereits auf ihrem 2023er Album das Älterwerden zum Gegenstand ihrer Kunst gemacht, wird das auf ihrem jüngst (erneut via Epitaph (sic!)) erschienenen Album „Everything I Ever Saw“ noch einmal augenscheinlicher und nochmal welthaltiger, wenn man so will.
Auf ihrem mittlerweile achten Album halten die Philadelphia-Punklegenden jene Momente fest, in denen sich Wesentliches verändert: im Privaten ebenso wie im Politischen, im Mikro- wie im Makrokosmos. Zugleich kehren sie zu den kreativen Grundprinzipien zurück, mit denen sie einst ihr Publikum rund um den Globus für sich gewannen. Gut zwei Dekaden nach ihrer Gründung haben die Menzingers offenbar eine Lektion gelernt, die sich nur mit der Zeit begreifen lässt: Die Weisheit, die das Vergehen der Jahre mit sich bringt, erweist sich als stärker als jener emotionale Panzer, den man sich in der Jugend einst zulegte. „Everything I Ever Saw“ ist deshalb auch ein Album des Ankommens: in der Gegenwart, im Hier und Jetzt – und bei den Beziehungen, die sie über all die Jahre zusammengehalten haben und weiterhin verbinden. Das klingt jetzt alles ein wenig staatstragender, als es ist – denn natürlich bleiben The Menzingers auch weiterhin kreativ, unruhig, wissbegierig.
Special Guests sind The Flatliners aus Richmond Hill, Ontario, eine ebenfalls hervorragende Punk-/Melodycore-Band, die mit ihrem jüngsten Album „Cold World“ just ihre Transition von Fat Wreck zu Dine Alone Records vollzogen haben, ganz so wie sie selbst den Ska- und Ska-Punk früherer Tage hinter sich gelassen haben. Wer will, darf sich in Momenten auch an Hoit Water Music erinnert fühlen, bei denen Sänger Chris Cresswells seit zehn Jahren an Gitarre und zweiter Stimme zu hören ist.
Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden e.V.
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