New York hat die Ramones, Los Angeles hat Pennywise, so könnte man hier mit einem etwas platten Claim eröffnen, weil sich’s gut liest, egal wie hoch der Wahrheitsgehalt ist. Sicher ist jedenfalls, dass Pennywise aus der South Bay seit ihrer Gründung 1988 eine der wichtigsten und wirkmächtigsten Bands der 2. Welle des SoCal-Punk sind. Und das bis heute – nachzuhören nicht zuletzt auf ihrem weiterhin jüngsten, 2018er Album mit dem klingenden Namen „Never gonna die“, was zugegeben nun auch schon ein paar Jahre was her ist. Womöglich gibt es heute neben ihren größten Hits deswegen auch neues Material zu hören. Who knows?
Ziemlich sicher ist dies dagegen bei Propagandhi, die dem Vernehmen nach seit einer Weile an einem Nachfolger zu ihrem letzten Longplayer „Vicory Lap“ arbeiten. Unnötig, die kanadische Hardcore-Institution hier noch groß vorstellen zu wollen: "Our goal is always to create a no-holds-barred, forward-thinking, tip-of-the-hat to the giants - Voivod, Rush, NoMeansNo, SNFU, Sacrifice, Razor, Guilt Parade - that have gone before us," sagte Sänger und Gitarrist Jesus H. Chris Bester unlängst in einem Interview - was wir hier ausdrücklich als Understatement verstanden haben wollen. Schließlich sind Propagandhi mit ihrem an US-Punk trifft Speed-Metal trifft Hardcore-geschulten Sound längst selbst einem jener Giganten geworden. Was kaum minder für ihre Landsmänner Comeback Kid zutrifft: Hardcore-Punk aus Winnipeg, stets verlässlich vorgetragen in bester Sunny California-Stimmung ist seit gut 20 Jahren der Name ihres Spiels. Willkommen zurück. Nicht weniger willkommen heißen wir naturgemäß auch The Iron Roses, eine der vielen Inkarnationen von Politpunk-Ikone Nathan Gray (of Boysetsfire-Fame) und Dead Pioneers aus Denver, Colorado, deren Bassist Lee Tesche zuletzt mit Algiers bei uns zu Gast war.
Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden e.V.
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